Unsere Schulsozialarbeit

Seit April 2008 hat auch die damalige IGS, heute SLG, eine eigenständige Schulsozialarbeit. Was bedeutet „eigenständig“? In der Vergangenheit wurde sozialpädagogische Hilfe und Beratung im System Schule meist nur als eine zusätzliche Aufgabe und Herausforderung von Lehrerinnen und Lehrern (insbesondere von Beratungs- und Klassenlehrkräften) begriffen und mit in der Regel viel zu wenig zeitlichen und sonstigen Ressourcen bewältigt. Die Stadt Ahrensburg als Schulträger hat daher – auf Initiative der Schulleitung -  eine unbefristete Teilzeit-Stelle aus dem Bereich der Jugendhilfe an der SLG eingerichtet und 2010 mit einer weiteren halben Stelle ergänzt.

Auf dieser Basis ist gewährleistet, dass Schulsozialarbeit an der SLG kein sozusagen verlängerter (sozial-)pädagogischer Arm der Schulleitung oder einzelner Lehrkräfte ist, sondern eigenständige Aufgaben und Kompetenzen mit der Qualifikation einer Diplom-Sozialpädagogin/eines Diplom-Sozialpädagogen (oder einer gleichwertigen Fachkraft) in den Schulalltag einbringt. Somit arbeiten in der SLG mit den Fachkräften der Jugendhilfe (Frank Steiner und Lena Hatem) und den Lehrerinnen/Lehrern zwei unterschiedliche Berufsgruppen zusammen und ergänzen sich wechselseitig. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass die Lehrkräfte nicht weiterhin auch neben dem Bildungs- auch ihren Erziehungsauftrag wahrnehmen, genauso wie sich die Schulsozialarbeit neben der Unterstützung in der Aneignung von sozialen Kompetenzen auch im Bereich der Vermittlung von (sozialem) Lernen engagiert.

 Dazu aus einem entsprechenden ministeriellen Runderlass:

„Schulsozialarbeit bringt jugendhilfespezifische Ziele, Tätigkeitsformen, Methoden und Herangehensweisen in der Schule ein, die auch bei einer Erweiterung des beruflichen Auftrages der Lehrkräfte nicht durch die Schule allein realisiert werden können. Schulsozialarbeit ist also eine zusätzliche Ressource, die die pädagogische Qualität der Schule weiterentwickeln hilft und das Repertoire pädagogischer Arbeitsformen und Lernchancen erweitert.“

Folgerichtig ist daher in Ahrensburg die Schulsozialarbeit dienstlich wie fachlich dem Fachdienst II.7 „Jugendpflege“ zugeordnet, damit eng mit den offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie den sozialen Diensten der Stadt vernetzt und in erster Linie den Prinzipien (u.a. wie „Freiwilligkeit“ und „Vertraulichkeit“) des „Kinder- und Jugendhilfegesetzes“ verpflichtet. Im Schulalltag bedeutet dies, dass die Bedarfe und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler im besonderen Fokus der Schulsozialarbeit stehen. Deswegen kann die Schulsozialarbeit auch immer „nur“ mittelbar bestimmten formalen Herausforderungen der Schule, wie beispielsweise dem Erreichen von Bildungsabschlüssen oder der Aufrechterhaltung der Schulordnung, dienen.

Die Bedeutung dieser eigenständigen Schulsozialarbeit wird in der Zukunft noch zunehmen. Der Grund ist die fortschreitende quantitative Ausdehnung sowie qualitative Verdichtung der sozialen „Zwangsgemeinschaft Schule“ („Schulpflicht“). Einerseits dehnt sich der Unterricht sowie sonstige schulische Aktivitäten immer mehr in den Nachmittag aus („Ganztagsschule“), andererseits nehmen die Anforderungen gegenüber Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften ständig zu. Dadurch wird für die Jugendlichen mehr und mehr die Schule zum primären Sozialisationsraum in der Entwicklung aus der Kindheit über die Pubertät bis zum Erwachsenwerden. Damit wachsen auch für diesen Lernort die Chancen bzw. Risiken in der Aneignung und Vermittlung von positiven wie negativen sozialen Kompetenzen weiter.